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  • Cathrin Michael

Die Pasta, die dich zum Weinen bringt

Ja, so ist es. Mir ist tatsächlich eine Träne aus den Augen getreten, als ich mit der Gabel ein paar Bucatini aufgedreht und in den Mund gesteckt habe. Also gut, vielleicht war es auch ein Schweisströpfchen ob der neuerlichen Hitzewelle. Aber: Emotionen pur waren auf jeden Fall im Spiel. Dieses Pasta-Gericht ist so sehr Sommer auf dem Teller – mehr geht gar nicht. Und braucht es auch nicht.



Zutaten für 1 glückliche Person:


  • Bucatini (das sind dicke Spaghetti mit einem Loch in der Mitte, ich hab solche aus Hartweizengriess von ,Garofalo' im ,Migros' genommen – unbezahlte Werbung) – das Bündel zwischen deinen Fingern sollte etwa so gross sein wie ein Zweifränkler

  • zwei sonnengereifte Rispentomaten

  • 1 Handvoll Basilikumblätter mit Stil

  • Salz, viel Salz

  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

  • ein Döschen apulischer Burrata

  • italienisches Olivenöl, extra vergine

  • ein Schluck Rotweinessig

  • 1 TL Zucker, ich nehme diesen ayurvedischen Sharkara Zucker (und werde für diese Empfehlung nicht bezahlt, aber bilde mir ein, dass der ein bisschen gesünder ist als herkömmlicher Industriezucker)

  • 1 Prise Chilipulver D'Espelette AOP (gibt's aus der ,Fine Food Linie' im ,Coop', ebenfalls unbezahlte Werbung, aber das ist echt saugut)




Adesso geht's ans Zubereiten:


  1. Wasser im Topf aufkochen. Wenn es kocht, viel Salz rein. Viiiiiiel Salz. Dann die Pasta zugeben. Und wenn du jetzt Olivenöl ins Wasser gibst, dreht sich irgendwo eine Nonna im Grab um. Denn das tut man nicht, weil die Sauce später nicht dran klebt. Pasta so lange kochen, wie's auf der Packung steht oder wie ich es mache – immer wieder probieren, bis sie gut ist. Was hier echt ein bisschen gefährlich ist, weil ein einzelnes Bucatino schon ziemlich gewichtig und sättigend ist.

  2. Tomaten waschen, sechsteln und in die heisse Bratpfanne geben. Zucker dazu, bis er karamellisiert. Chili und schwarzer Pfeffer dazu, einen Schuss Rotweinessig und Herd abstellen, während alles noch zwei, drei Minuten einzieht.

  3. Basilikum im Mörser mit etwas Salz und ein bisschen Olivenöl zerstampfen.

  4. Pastawasser ableeren, Pasta zu den Tomaten in die Bratpfanne geben, kurz schwenken und auf dem Teller verteilen. Burrata mit den Händen leicht zerreissen (mein Lieblings-Schritt!!) und das Basilikumpesto drüber verteilen.


Der Trick bei fast allen Gerichten ist das Balancieren von Geschmacksrichtungen. Hier kommt die Säure der Tomaten durch die Süsse im Zucker noch viel besser zur Geltung. Dann noch ein bisschen Essig und Chili für das Ecken-und-Kanten-Finish. Hach, ein bisschen wie Kunst oder?


Sì,sì. Sagt ihr mir, ob ihr auch geweint habt?


Buona notte amici!



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